Traditionelle Musik der Gnaoua Völker
Im kleinen Dorf Khamlia, am Rande von Merzouga gelegen, erklingt die Musik des Gnawa-Volkes mit tiefer spiritueller Energie und jahrhundertealter Tradition. Als Nachfahren afrikanischer Gemeinschaften, die vor Jahrhunderten nach Nordafrika gebracht wurden, haben die Gnawa ein einzigartiges musikalisches Erbe bewahrt, das sich durch hypnotische Rhythmen, eindringlichen Gesang und das metallische Klingen der Krakebs (eiserne Kastagnetten) auszeichnet. In Khamlia empfängt die bekannteste Gruppe — Les Pigeons du Sable — Reisende aus aller Welt, um diese uralte Kunstform in einer intimen und herzlich einladenden Atmosphäre zu teilen.
Die Ursprünge der Gnawa reichen bis nach Subsahara-Afrika zurück, insbesondere in die heutigen Regionen Mali, Sudan und Senegal. Viele ihrer Vorfahren wurden zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert als versklavte Menschen nach Nordafrika gebracht. Trotz der erlittenen Härten bewahrten und verwandelten sie ihre spirituellen Überzeugungen und musikalischen Traditionen zu einem kraftvollen kulturellen Erbe. Durch die Verbindung von Elementen des Sufi-Islam mit afrikanischen animistischen Praktiken entwickelten die Gnawa eine einzigartige rituelle Musik, die in Zeremonien, den sogenannten Lila, verwendet wird und Heilung, Reinigung und spirituelle Trance fördern soll. Heute gelten die Gnawa als Hüter einer der tiefgründigsten und spirituell reichsten Musiktraditionen Marokkos. In Anerkennung ihrer kulturellen Bedeutung wurde die Gnawa-Musik von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.
Wenn Ihre Reiseroute eine Übernachtung in der Wüste von Merzouga beinhaltet, nutzen Sie die Gelegenheit, das Dorf Khamlia zu besuchen und in die Geschichte und Kultur des Gnawa-Volkes einzutauchen. Es ist mehr als nur eine musikalische Darbietung — es ist eine Begegnung mit einer lebendigen Tradition und ein unvergessliches spirituelles Erlebnis.
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