Reisen in Marokko während des Ramadan
Wann ist Ramadan und was ist er?

Der Ramadan, der neunte Monat des islamischen Mondkalenders, beginnt jedes Jahr etwa 10 Tage früher als im gregorianischen Kalender. Um über die genauen Termine informiert zu bleiben, können Sie Online-Quellen konsultieren oder uns direkt hier kontaktieren.
Der Ramadan hat eine tiefgreifende religiöse Bedeutung, da er an die Offenbarung des Korans – des heiligen Buches des Islam – an den Propheten Mohammed durch Allah erinnert. Dieses heilige Ereignis fand im neunten Monat des islamischen Kalenders statt, als Mohammed sich in Mekka aufhielt und der Engel Gabriel ihm die Verse des Korans offenbarte.
Der Ramadan ist eine der grundlegenden Säulen des Islam, neben dem Glauben, der Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch), den täglichen Gebeten und der Wohltätigkeit. Während dieses heiligen Monats fasten Muslime weltweit von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang und verzichten auf Essen und Trinken als Mittel der spirituellen Reinigung und Selbstdisziplin. Das Fastenbrechen bei Sonnenuntergang, bekannt als Iftar, stellt die erste Mahlzeit des Tages dar.
Kinder unter 16 Jahren sind in der Regel vom Fasten befreit. Mit zunehmendem Alter und wachsendem Verständnis ihres Glaubens entscheiden sich viele jedoch freiwillig dafür, den Ramadan zu praktizieren. Manche Eltern fördern dies, indem sie das Fasten schrittweise für kürzere Zeiträume einführen.
Darüber hinaus ermutigt der Ramadan Muslime, auf unangebrachtes Verhalten wie Rauchen, Beleidigungen, Kränkungen und Klatsch zu verzichten. Er erinnert an die Entbehrungen weniger privilegierter Menschen und fördert Nächstenliebe und Mitgefühl. Dieser Monat steht für körperliche und geistige Reinigung und betont die Bedeutung von innerem Frieden und Harmonie.
Der Monat endet mit einem freudigen dreitägigen Fest namens Eid al-Fitr, das den Abschluss des Ramadan sowie den Triumph von Standhaftigkeit und Spiritualität feiert.
Reisen während des Ramadan

In Marokko werden Touristen auch während des Ramadan herzlich empfangen und können die faszinierenden Sehenswürdigkeiten und Monumente des Landes genießen – wenn auch in einer besonderen Atmosphäre. Zwischen Sonnenauf- und -untergang wirkt der Alltag oft ruhiger, da viele Marokkaner fasten und Zeit mit ihren Familien verbringen. Doch sobald die Abendgebete durch die Straßen hallen, erwachen die Städte zu neuem Leben und pulsierender Energie.
Die reiche kulturelle Vielfalt Marokkos ist stark vom Tourismus und internationalen Einflüssen geprägt, sodass selbst während des Ramadan viele Aspekte des täglichen Lebens lebendig bleiben. Reisen in diesem Monat bieten eine besonders intensive und authentische Erfahrung, die es Besuchern ermöglicht, einen tiefen Einblick in die islamische Kultur zu gewinnen. Dennoch ist sorgfältige Planung unerlässlich, um das Beste aus dieser einzigartigen Reise herauszuholen. Freitage haben eine besondere religiöse Bedeutung und gehen häufig mit der Schließung von Museen, Geschäften und Sehenswürdigkeiten in Städten wie Fès und Marrakesch einher. Es empfiehlt sich daher, diese Orte an Freitagen zu meiden. An den übrigen Wochentagen sollten Besucher die angepassten Öffnungszeiten beachten, da viele Attraktionen erst am Nachmittag öffnen.
Wenn der Nachmittag sich dem Ende neigt, liegt die Vorfreude auf das Fastenbrechen in der Luft. Sobald der Gebetsruf über die Stadt erklingt, versammeln sich Familien in Gärten oder öffentlichen Bereichen, um gemeinsam ihre erste Mahlzeit des Tages einzunehmen – oft in Form eines geselligen Picknicks. Dieses erste Essen, das Iftar, beginnt meist mit kleinen Schlucken Milch oder Wasser sowie leichten Speisen wie Keksen oder Süßigkeiten, bevor ein reichhaltiges Festmahl folgt, das die kulinarische Vielfalt der marokkanischen Küche widerspiegelt.
Darüber hinaus sind Marokkaner für ihre herzliche Gastfreundschaft bekannt, und es ist nicht ungewöhnlich, dass muslimische Familien auch nicht-muslimische Gäste einladen, gemeinsam mit ihnen das Iftar zu teilen. Diese Geste fördert den kulturellen Austausch und stärkt die Verbindung zwischen Reisenden und der lokalen Gemeinschaft.
Was sollte ich während des Ramadan erwarten?
Muslime halten sich strikt an das religiöse Alkoholverbot, weshalb der Kauf von Alkohol in lokalen Supermärkten schwierig ist. Diese stellen den Verkauf oft bereits eine Woche vor Beginn des Ramadan ein. In touristisch orientierten Restaurants und modernen Hotels sind jedoch begrenzte Angebote verfügbar.
Der öffentliche Nahverkehr wird vom Ramadan nur geringfügig beeinflusst und verkehrt weitgehend nach regulärem Fahrplan. Dennoch kann es schwieriger sein, ein Taxi zu finden.
Der Ramadan ist für Muslime eine zutiefst spirituelle Reise, dennoch ist es nicht ungewöhnlich, bei einigen Marokkanern Anzeichen von Müdigkeit zu beobachten, da der Verzicht auf Nahrung und Wasser über den Tag hinweg sehr anspruchsvoll ist.
Als Reisender oder ausländischer Gast ist das Fasten nicht verpflichtend, doch Respekt gegenüber der lokalen Kultur ist von größter Bedeutung. Vermeiden Sie es, in der Öffentlichkeit offen zu essen oder zu trinken, da dies für Fastende als respektlos empfunden werden kann. Tun Sie dies stattdessen diskret und verzichten Sie darauf, in öffentlichen Räumen zu rauchen.
Eine Einladung zum Eid al-Fitr ist eine besondere Gelegenheit, den Ramadan hautnah zu erleben. Es gibt kaum etwas Vergleichbares, als die Feierlichkeiten im herzlichen Umfeld einer marokkanischen Familie mitzuerleben.
Auch wenn der Ramadan gewisse Anpassungen Ihrer Reiseplanung erfordert, garantiert er eine einzigartige, tief bereichernde und unvergessliche kulturelle Erfahrung. Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen!